Das Buch zum ZDF-Fernsehfilm der Woche
Todesautomatik
Die Staatssicherheit und der Tod des Michael Gartenschläger an der Grenzsäule 231
von Lothar Lienicke & Franz Bludau
Hardcover-Ausgabe, 456 Seiten, 17 x 24 cm, mit zahlreichen Abbildungen incl. 93 Seiten Dokumentenanhang | 28,00 Euro (25,50 + 2,50 Euro Versandkostenanteil)
Michael Gartenschläger war 17, als er in der DDR in einem Schauprozess zu lebenslanger Haft verurteilt wurde: Er hatte gegen den Bau der Mauer demonstriert. 1971 wird er von der Bundesrepublik "freigekauft". Doch das real existierende Unrecht lässt ihn nicht los: Nachdem er als Fluchthelfer tätig war, ist sein spektakulärster Coup der Abbau von zwei Selbstschussgeräten an der innerdeutschen Grenze. Bei einem weiteren Demontageversuch wird Gartenschläger 1976 von einem Stasi-Sonderkommando erschossen. Die endgültige juristische Klärung steht noch aus.
Perlentaucher.de © zur Buchnotiz in der Frankfurter Allgemeine Zeitung
Ausstattung, Stil, Herangehensweise - Rezensent Detlef Kühn hält diese politische Biografie für rundum gelungen. Die Dokumente im Anhang gestatten Einblicke in "die Arbeitsweise des MfS, aber auch der westdeutschen Justiz". Überdies ist das Buch "spannend geschrieben" und beruht auf gründlicher Recherche, lobt Kühn. Entscheidend ist für ihn aber, dass Lothar Lienicke und Franz Bludau dabei das Leben des mit 32 Jahren an der innerdeutschen Grenze erschossenen Michael Gartenschläger in größere politische Zusammenhänge einordnen.
Auch für Menschen, die die geschilderte Zeit miterlebt haben, gibt es in diesem Band noch Neues zu entdecken und später Geborenen hilft es, einen Zugang zu dieser "aufregenden und in ihrer Komplexität oft verwirrenden Phase der Deutschlandpolitik" zu bekommen, ist Kühn überzeugt.